Lass dich impfen, bitte 💉
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Zu diesem Artikel gibt es einen zweiten Teil.
Seit inzwischen anderthalb Jahren befinden wir uns in einer Ausnahmesituation, einer Pandemie. Gut ein dreiviertel Jahr ist es her, da wurde der erste Impfstoff gegen eine Infektion mit dem SARS-CoV-2 Virus zugelassen. Seitdem gibt es kaum ein Thema, das so kontrovers diskutiert wird wie das Impfen, und das in einem Wahljahr. Ich bin keine Wissenschaftlerin, aber ich habe gelernt wie wissenschaftliches Arbeiten und grundlegende Statistik funktionieren. Worin ich aber wirklich gut bin, ist im Dinge erklären, daher möchte ich dir in diesem Text erklären, warum ich es für wichtig halte, dass du dich impfen lässt, aber auch auf deine Sorgen eingehen.
Vorneweg, ich bin geimpft. Eine Dosis AstraZeneca, eine Biontech. Ich hatte eine Impfreaktion nach der ersten Impfung und lag einen Tag im Bett, dann war ich wieder fit. Für mich ein guter Deal. Aber fangen wir am Anfang an.
Was ist schiefgelaufen
Ganz klar, während der Pandemie ist viel schiefgelaufen, das steht außer Frage. Wer meinen Blog kennt weiß, dass ich häufig sage, es kommt auf die Kommunikation an. Das ist auch hier so. Teile der Politik und Medien haben versagt die Zusammenhänge, Beschlüsse und Hintergründe von Anfang an ausreichend, nüchtern, sachlich, faktenbasiert und vor allem verständlich zu erklären. Viel Wissen, dass mir durch die Pandemie geholfen hat, lernt man nicht mal so nebenbei und Vielen fehlt die Zeit dazu. Daher ist es wichtig, dass wir Entscheidungen und Entwicklungen gut vermitteln können. Das hat ein Teil der Wissenschaft auch erfolgreich geschafft, aber es hat nicht die große Masse erreicht. Es ist daher kein Wunder, dass Menschen unsicher sind, wenn sie sehen, dass Informationen und Empfehlungen sich regelmäßig ändern. Wir suchen nach Stabilität, besonders in einer Krise wie dieser und schließlich gelten Menschen, die häufig ihre Meinung ändern, leider als wenig vertrauenswürdig. Genau hier beißt sich die Katze in den Schwanz, denn Wissenschaft hält sich nicht an diese Regel. Wie auch, wenn es darum geht, das zu erforschen, was wir noch nicht kennen. Fehler, Irrtum und Korrektur sind da vorprogrammiert und Teil des Prozesses.
Ich bitte dich daher, mich auf einer kleinen Reise durch verschiedene Aspekte rund um die Impfungen zu begleiten. Was du daraus machst, bleibt aber ganz deine Entscheidung.
Es ist okay
Es ist okay am Anfang skeptisch zu sein, sich Sorgen zu machen, das ist normal. Ich selbst war am Anfang auch skeptisch, besonders gegenüber dem Impfstoff von AstraZeneca. Hat er doch etwas schlechtere Werte als der von Biontech und ganz verstanden hatte ich die Funktionsweise damals auch noch nicht. Mit der Zeit hat sich dann aber gezeigt, dass es ebendieser Impfstoff sein wird, den ich bekomme. Daraufhin habe ich mich hingesetzt, vertrauenswürdige Quellen recherchiert und darüber nachgedacht. Dabei bin ich für mich zu dem Schluss gekommen, dass das für mich passt und ein etwas geringerer Schutz immer noch besser ist als nichts. Eine Woche nach der Impfung dann die Überraschung, es gab Meldungen über schwere Nebenwirkungen bei AstraZeneca. Ich war nervös, bin ich doch genau in dem Alter, das als Risikogruppe definiert wurde. Dann habe ich allerdings die Zahlen gesehen und gemerkt das die Wahrscheinlichkeit für diese Art der Nebenwirkungen nicht groß ist, Glück gehabt. Trotzdem habe ich mich über die Symptome dieser Nebenwirkungen informiert und war aufmerksam, denn ich wusste, dass ich mich im Fall der Fälle so frühzeitig in Behandlung begeben kann.
Bei der zweiten Impfung war es dann wieder anders, ich habe Biontech bekommen. Zu dem Zeitpunkt war noch nicht klar, wie gut die Wirksamkeit werden würde, auch wenn erste Indizien dafür sprachen, aber ich war mir sicher, dass, selbst wenn es nicht gut läuft, ich einfach eine weitere Impfung bekommen würde. Zum Glück stellte sich raus, dass diese Kombination mindestens so wirksam ist wie zweimal Biontech. Was ich damit sagen will ist, es ist okay, sich Sorgen zu machen. Es ist aber ebenso wichtig zu erkennen, wann diese unbegründet sind und bei der aktuellen Impfung ist das für fast alle Menschen der Fall. Milliarden von Impfungen sprechen dafür und ich möchte dir erklären, warum das so ist.
Was steckt dahinter?
Die schnelle Zulassung der neuen Technik
Einer der häufigsten Kritikpunkte ist die schnelle Zulassung und Entwicklung der Impfstoffe. Verständlich, dauert es normalerweise doch deutlich länger bis ein neuer Impfstoff verfügbar ist. In diesem Fall waren jedoch einige Punkte besonders. Sehr früh stand für alle Wissenschaftlerinnen weltweit der vollständige genetische Code des Virus im Internet zur Verfügung. So konnte unmittelbar mit der Entwicklung eines Impfstoffs begonnen werden. Gleichzeitig standen neue Technologien zur Verfügung, die bereits an anderer Stelle, z. B. in der Krebstherapie, im Falle von mRNA seit über 20 Jahren oder bei Vektorimpfstoffen sogar seit über 40 Jahren erforscht wurden. So war es zwar neu, dass ein Impfstoff auf dieser Basis die breite Bevölkerung erreicht, neu in der Erforschung und in Bezug auf die Sicherheit war er jedoch nicht. Dadurch konnte der Impfstoff, besonders der auf mRNA Basis, sehr schnell entwickelt werden.
Anschließend konnten auch schon die ersten Studien der Phasen 1 und 2 stattfinden. Parallel dazu wurden die entsprechenden Unternehmen durch große Summen finanziell von der öffentlichen Hand unterstützt, sodass das unmittelbare Risiko der Unternehmen, im Vergleich zu einer herkömmlichen Entwicklung, deutlich reduziert wurde. Dadurch konnte bereits hier die Zeit merklich verkürzt werden, da normalerweise in diesen Phasen langwierige Wirtschaftlichkeitsprüfungen durch die Unternehmen stattfinden. Die Wirtschaftlichkeit war hier jedoch aus nahe liegenden Gründen kaum eine Frage.
Die entscheidende Verkürzung hat dann die Veränderung des Zulassungsverfahrens gebracht. Dabei wurden jedoch nicht die strengen Standards reduziert, sondern es wurde ein sogenanntes rollendes Verfahren ermöglicht. Dabei konnten die Unternehmen die Ergebnisse der Phase 3 Studie schon einreichen während diese noch lief, also sobald sie verfügbar waren. Normalerweise erfolgt die Einreichung und Auswertung erst am Ende der Phase 3, wenn alle Unterlagen vollständig vorliegen. Durch diese Veränderung konnte die Prüfung verschiedener Aspekte schon parallel zur weiteren Untersuchung der Wirksamkeit und Sicherheit stattfinden. Zusätzlich wurde die Phase 3 Studie dann aber auch noch durch die laufende Pandemie beschleunigt, denn normalerweise verbreiten sich Krankheiten deutlich langsamer, sodass die notwendige Zahl von mehreren 1.000 bist 10.000 Probandinnen erst später erreicht wird. All diese Faktoren hatten am Ende die schnelle Zulassung der Impfstoffe zur Folge.
Wie funktionieren die Impfstoffe?
Immer wieder bestehen Missverständnisse darüber, wie die Impfstoffe funktionieren. Das hat zur Folge, dass Sorgen entstehen, zum Beispiel über mögliche Nebenwirkungen oder dass der Impfstoff unsere Gene verändern könnte. Wenn du dir darum Sorgen machst, ist es möglich, dass du auf einen „klassischen Impfstoff“ wartest. Als klassischer Impfstoff gilt dabei in der Regel ein Tot- oder Lebendimpfstoff wie zum Beispiel bei der Grippe. Solche Impfstoffe befinden sich zwar in der Entwicklung, zugelassen sind sie aber in der EU noch nicht. Zusätzlich ist es aufgrund der Funktionsweise fraglich, ob diese die gleiche hohe Wirksamkeit wie die aktuell bereits zugelassenen Impfstoffe haben werden. Das liegt daran, dass Totimpfstoffe nur durch einen Verstärker überhaupt das Immunsystem aktivieren können. Allein die inaktiven Viren reichen dazu nicht aus.
Kommen wir daher zu den bereits zugelassenen Impfstoffen. Um über mRNA Impfstoffe zu sprechen, müssen wir als erstes klären, was mRNA überhaupt ist und welche Funktion sie hat. mRNA ist ein natürlicher Baustein, der permanent in unseren Zellen genutzt wird, um Informationen aus der DNA zu übertragen, sodass andere Komponenten der Zellen bestimmte Proteine herstellen können. Die mRNA ist dabei nur außerhalb des Zellkerns aktiv und kommt somit niemals mit der DNA in Berührung, eine Veränderung unserer Gene ist damit ausgeschlossen.
Der Impfstoff von Moderna oder Biontech enthält sehr viele dieser mRNA Bausteine und regt darüber unsere Zellen zur Produktion eines ganz bestimmten Proteins an, dem Spike-Protein des Coronavirus. Dieses Protein nutzt das Virus, um an bestimmte Zellen in unserem Körper anzudocken und seine fatale Vermehrung in Gang zu setzen. Der Impfstoff trainiert so unseren Körper dieses Protein als feindlich zu erkennen und aktiv zu werden. Die mRNA Bausteine selbst verbleiben dabei nur wenige Tage in unserem Körper. Die betroffenen Zellen, die das Protein herstellen, werden während dem Training vom Immunsystem als defekt erkannt, abgebaut und durch neue Zellen ersetzt. Das ist das gleiche Prinzip, das permanent in unserem Körper abläuft, damit wir gesund bleiben und defekte Zellen uns nicht schaden können.
Ein Vektor Impfstoff wie der von AstraZeneca oder Johnson & Johnson setzt einen Schritt früher an. Sie nutzen ein Vektor-Virus als Eintrittskarte in die Zellen und den Zellkern. Die dafür verwendeten ungefährlichen Adenoviren sind dabei nicht in der Lage, sich innerhalb der Zellen zu vermehren oder in die menschliche DNA zu integrieren. In der Zelle liegt daher nun, getrennt neben der normalen DNA, der vom Virus eingetragenen DNA-Strang vor, der die Informationen für das Spike-Protein enthält. Im Rahmen der normalen Zellprozesse wird nun diese DNA-Information abgelesen und in mRNA umgewandelt. Ab hier verhalten sich mRNA und Vektorimpfstoff gleich und am Ende werden auch diese defekten Zellen von unserem Immunsystem erkannt und entsorgt. Eine Weitergabe der DNA-Bausteine findet also auch hier nicht statt.
Warum benötige ich für die Impfung meistens zwei Termine?
Die meisten zugelassenen Impfstoffe benötigen zwei Impfungen im Abstand einiger Wochen. Dieses Schema nennt sich Prime-Boost-Schema. Bei der ersten Impfung dauert es ein wenig bis das Immunsystem hochgefahren ist und das Spike-Protein als feindlicher Fremdstoff erkannt wird. Das liegt daran, dass bestimmte Zellen in unserem Immunsystem einige Stunden oder Tage benötigen, um in ausreichender Menge produziert zu werden. Grund hierfür ist, dass der Körper diese Zellen nicht in unbegrenzter Zahl dauerhaft vorhält, sondern diese erst bei Bedarf produziert werden, um Ressourcen zu schonen. Das gilt umso mehr für einen Erreger, der dem Körper noch unbekannt ist. Er muss somit gewissermaßen erst lernen diesen zu erkennen.
Bei der zweiten Impfung nach ein paar Wochen, wenn der Körper ausreichend gelernt hat, wiederholen wir die Impfung. Das funktioniert dann wie das Vokabeln lernen in der Schule. Der Körper merkt, dass er das Spike-Protein schon kennt und reagiert deutlich schneller und stärker als beim ersten Mal. Da der Körper gleichzeitig auch merkt, dass er öfter in Kontakt mit diesem Protein kommt, verstärkt er die Präsenz im Immunsystem für diesen Erreger und kann daher bei einer tatsächlichen Infektion respektive bei Kontakt mit dem echten Virus viel schneller reagieren und im besten Fall so eine Infektion verhindern, bevor sich das Virus zu weit ausbreitet. Deshalb sind Impfdurchbrüche, also eine tatsächliche Infektion trotz Impfung, in der Regel deutlich milder als ein normaler Verlauf bei Ungeimpften. Gleichzeitig ist das Wiederholen des gelernten auch der Grund, warum Auffrischungsimpfungen ein Thema sind. So kann der Körper an das bereits Gelernte erinnert werden und gleichzeitig kann mit einem aktualisierten Impfstoff neuen Mutationen Rechnung getragen werden.
Ich war infiziert, warum sollte ich mich trotzdem impfen lassen?
Bei deiner Infektion hast du das Virus in seiner aktiven Form kennengelernt. Diese Situation ist für den Körper eine ganz andere Herausforderung als eine Impfung. Im Gegensatz zu einer Impfung musste dein Immunsystem sich tatsächlich gegen einen aktiven, sich vermehrenden Feind zur Wehr setzen. Das braucht viele Ressourcen, auch wenn die Infektion hoffentlich nicht schwer war. Durch diese Belastung und durch verschiedene weitere Faktoren kann es sein, dass der Körper nicht ausreichend Antikörper produziert hat, um dich effektiv vor einer Reinfektion, besonders einer Mutante, zu schützen. Daher ist es auch hier sinnvoll das Immunsystem mit einer weiteren Impfung zu trainieren, damit es in Zukunft schneller und besser aktiv werden kann. Das funktioniert wie das Training im Sport, wenn du ein Gewicht nur einmal hebst ist es schwer, wenn du das Heben aber regelmäßig übst, wird es immer leichter für dich.
Nebenwirkungen und Impfreaktionen
Die Impfstoffe haben Impfreaktionen, das ist unbestreitbar, genau wie die Tatsache, dass diese häufiger und schwerer sind als bei vielen bisherigen Impfstoffen. Der Hauptgrund dafür ist vermutlich, dass die neuen Methoden aus mRNA- und Vektor-Impfstoffen eine deutlich größere Zahl an Spike-Proteinen produzieren und darüber das Immunsystem viel stärker aktiviert wird als z. B. bei einer Totimpfung, die nur mit Impfverstärkern überhaupt funktioniert. Das ist allerdings auch der Grund, warum die aktuellen Verfahren im Vergleich zu vielen anderen Impfungen einen deutlich besseren Schutz bieten.
Warum die Impfreaktionen zwischen mRNA- und Vektor-Impfstoffen unterschiedlich sind, dazu gibt es noch keine (mir bekannten) klaren Erkenntnisse. Es ist allerdings bekannt, dass die Impfreaktionen bei mRNA besonders nach der Zweiten und bei Vektor-Impfstoffen nach der ersten Impfung auftreten. Dazu habe ich folgende Erklärung: Bei mRNA Impfstoffen kennt der Körper das Spike-Protein noch nicht und benötigt daher länger um aktiv zu werden und die richtige Reaktion zu finden, was Impfreaktionen reduziert. Bei der zweiten mRNA Impfung kennt der Körper das Spike-Protein und reagiert entsprechend schneller und heftiger. Bei Vektor-Impfstoffen ist es etwas anders. Hier wird eine Virushülle genutzt, der Körper wird also mit Millionen Viruspartikeln geflutet, die aussehen wie ein tatsächliches Virus, von denen der Körper schon ähnliche Verwandte kennt. Daher reagiert das Immunsystem hier schon bei der ersten Impfung heftiger. Bei der zweiten Impfung kennt das Immunsystem den Vektor aber schon und neutralisiert die Partikel schneller als beim ersten Mal. Dadurch erreichen weniger Viren ihr Ziel und kommen nicht dazu den vollen Prozess von DNA zu mRNA zu Proteinen zu vollenden. Dadurch ist die Reaktion milder. Das könnte auch erklären, warum Impfstoffe auf Vektorbasis eine etwas geringere Wirksamkeit haben als mRNA Impfstoffe, die hier einfach schneller und direkter das Spike-Protein erzeugen.
Thrombosen, Herzmuskelentzündung und Co.
Dass es unter Umständen bei einer Impfung auch zu ernsteren Nebenwirkungen kommen kann, ist richtig. Allerdings sind sie insgesamt sehr selten und daher überhaupt erst bei der breiten Impfung der Bevölkerung aufgefallen. Sie sind so selten, dass es Millionen von problemfreien Impfungen gebraucht hat, damit diese Nebenwirkungen überhaupt ein Mal aufgetreten sind. Gleichzeitig werden viele dieser Komplikationen auch bei einer tatsächlichen Infektion mit SARS-CoV-2 beobachtet. So sind Thrombosen oder Herzmuskelentzündungen häufig auch bei infizierten Patientinnen anzutreffen, dort jedoch mit einer deutlich höheren Wahrscheinlichkeit, oft einem Vielfachen der Impfung. Für den konkreten Fall der Sinusvenenthrombosen bedeutet das, die Wahrscheinlichkeit eine solche Komplikation zu bekommen ist neunmal größer bei einer Infektion als bei einer Impfung.
Die meisten schwereren Nebenwirkungen liegen in einem Bereich von 1 zu 200.000 oder noch seltener. Das heißt, um die Zahlen einzuordnen, wenn sich in Deutschland alle Menschen impfen lassen würden, hätten insgesamt etwa 400–1000 Menschen eine schwere Nebenwirkung. Das ist noch immer ärgerlich, aber gleichzeitig deutlich weniger als schwer an Corona erkranken würden. Zum Vergleich: Allein zum 15.09.2021 wurden etwa 83 neue Todesfälle und ca. 628 Krankenhauseinweisungen durch eine Infektion gemeldet. Gleichzeitig waren 1537 Menschen in intensivmedizinischer Behandlung.
Dazu kommt, dass inzwischen alle bekannten Nebenwirkungen sehr gut behandelbar sind und wir wissen wie diese ausgelöst werden. Dadurch können im Fall der Fälle schnell die richtigen Maßnahmen ergriffen werden, sodass eine gute und vollständige Heilung in nahezu allen Fällen möglich ist. Das Risiko einen langfristigen Schaden zu erleiden ist daher fast bei null.
Allergie
Eine weitere sehr seltene Problematik (0,4 bis 11,8 pro 1 Million) ist eine allergische Reaktion auf die Impfung, noch seltener ist dabei ein sogenannter anaphylaktischer Schock. Letzteres ist eine sehr schnelle und sehr heftige Reaktion des Immunsystems auf Bestandteile des Impfstoffs. Hier ist zu beachten, dass besonders Impfverstärker in der Vergangenheit für diese Reaktionen verantwortlich waren. Diese werden jedoch in den aktuellen Impfstoffen nicht verwendet. Trotzdem ist eine solch seltene Reaktion nicht völlig ausgeschlossen und auch schon vorgekommen. Das ist der Grund, warum alle nach der Impfung für 15–20 Minuten unter Beobachtung bleiben sollen, denn normalerweise tritt eine solche Überreaktion in dieser Zeitspanne nach einer Impfung auf. Sollte es tatsächlich passieren, sind die Impfzentren und auch fast alle Ärzte darauf vorbereitet schnell Erste Hilfe zu leisten. Mit entsprechender schneller Behandlung ist auch hier das Risiko von bleibenden Schäden sehr gering. Wenn du entsprechende Bedenken vor einer Impfung hast, sprich deine Ärztin oder die Menschen im Impfzentrum darauf an, diese können dir noch genauer erklären, wo die Risiken liegen und wie sie im Fall einer Reaktion vorgehen würden.
Solltest du noch nie eine schwere Allergie gehabt haben, das dürfte für die meisten Menschen der Fall sein, ist die Wahrscheinlichkeit, dass es dich genau hier erwischt, noch mal geringer.
Langzeitfolgen und Krankheit durch Impfungen
Der Begriff Langzeitfolgen ist etwas unglücklich, da er mehrere Bedeutungen haben kann, hat sich jedoch leider sehr weit verbreitet. In der häufigen Annahme beschreibt er Nebenwirkungen, die erst lange nach der Impfung auftauchen. Passender wäre hier allerdings der Begriffe Spätfolgen und diese sind bei Impfungen aufgrund ihrer Funktionsweise generell nicht bekannt, weder bei neuen noch bei alten Impfstoffen. Was hingegen die Fachwelt unter diesem Begriff versteht, sind Nebenwirkungen, die so selten sind, dass sie erst nach vielen Geimpften und daher nach einer längeren Zeit auffallen.
Grundsätzlich gilt daher, dass Nebenwirkungen von Impfungen innerhalb sehr kurzer Zeit nach der Impfung auftreten. Das bedeutet in der Regel sofort oder innerhalb weniger Stunden, in seltenen Fällen nach ein paar Tagen oder Wochen. Danach passiert nichts mehr. Selbst bei Nebenwirkungen, die scheinbar erst nach Wochen auffallen, ist das Problem fast immer bereits früher aufgetreten und hat nur eine Weile gebraucht, um als solche erkannt zu werden. Nach über einem Jahr seit Beginn der Phase 3 Studien und inzwischen mehr als 6 Milliarden Impfdosen ist es jedoch auszuschließen, dass es noch unbekannte und schwerwiegende Nebenwirkungen der Impfung gibt.
Häufig wird in Bezug auf „Langzeitfolgen“ auf die Fälle von Narkolepsie verwiesen, die nach einer Impfung gegen die Schweinegrippe aufgetreten sind. Dies ist genau so ein Fall von extrem seltenen Nebenwirkungen, die zwar sofort auftreten, aber durch ihre Seltenheit erst später erkannt wurden. Aber selbst in diesem Fall war bereits wenige Wochen nach Beginn der Impfungen bekannt, dass es hier eine Häufung von Fällen gab. Für viele Laien waren die Symptome dieser Nebenwirkung allerdings nicht sofort erkennbar, wodurch es zu einer zusätzlichen Verzögerung der Meldungen bzw. des Aufsuchens eines Arztes kam. Vermutet wurde damals ein Zusammenhang mit einem verwendeten Impfverstärker, dieser ist allerdings bis heute nicht klar nachgewiesen. Viel mehr deuten aktuelle Theorien auf ein komplexes Zusammenspiel, unter anderem genetischer Faktoren, hin. Solche Impfverstärker werden jedoch, im Gegensatz zu Totimpfstoffen, wo diese benötigt werden, um überhaupt eine Reaktion des Immunsystems hervorzurufen, bei mRNA Impfstoffen oder Vektor-Impfstoffen nicht verwendet.
Man kann daher mit großer Zuversicht sagen, auch im Rückblick auf viele Jahrzehnte und verschiedenste Impfungen, dass es bei den aktuellen Impfstoffen weder zu Langzeitfolgen, im Sinne von spät (nach Monaten oder Jahren) auftretenden Nebenwirkungen, noch zu einer Auslösung sonstiger Krankheiten kommt.
Unfruchtbarkeit
Zum Thema Unfruchtbarkeit kann man nur sagen: Eine solche kann durch die Impfung nicht ausgelöst werden. Das haben verschiedene Studien sowohl für Frauen als auch für Männer bestätigt. Dazu kommt, dass eine solche Nebenwirkung bei über 6 Milliarden Impfungen sehr deutlich hätte auffallen müssen, zumal die gleiche Reaktion dann auch für Corona Infektionen beobachtet worden sein müsste. Auch das ist nicht der Fall. Allerdings gibt es Hinweise, dass eine Corona-Infektion durch von der Impfung völlig unabhängige Mechanismen wie z. B. einem reduzierten Testosteronspiegel oder Viren im Genitalgewebe zu vorübergehenden Störungen führen könnten. Eine Impfung schadet hier also nicht, sondern schützt sogar gegen eine Störung der Fruchtbarkeit oder ähnlicher Probleme durch eine Infektion.
Für Menschen mit Gebärmutter hört man immer wieder das ein bestimmtes Protein (Syncytin-1) angeblich eine große Ähnlichkeit mit dem Spike-Protein des Corona-Virus aufweisen soll, das wurde untersucht und ist nicht der Fall. Es kann also nicht passieren, dass die durch die Impfung erzeugten Antikörper hier ansetzen und zu einer Unfruchtbarkeit führen. Übrigens enthält auch der Impfstoff selbst nichts, was eine solche Reaktion auslösen könnten.
Schwangerschaft
Ein weiteres großes Thema ist die Impfung von schwangeren Menschen. Es ist bekannt, dass deren Körper sich durch Hormonänderungen in mancher Hinsicht etwas anders verhalten als bei nicht schwangeren Personen. Dazu kommt die Frage, wie sich ein Impfstoff auf das ungeborene Kind auswirkt. Beim Corona-Impfstoff hat es lange gedauert, bis es eine Empfehlung der zuständigen Stellen (STIKO) gab, aber inzwischen ist auch diese für Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel gegeben. Dabei hat diese Verzögerung wenig damit zu tun, dass eine Impfung für diese Personengruppe gefährlich sein könnte. Viel mehr arbeiten die STIKO bzw. das Robert Koch-Institut nach dem Prinzip der evidenzbasierten Medizin. Dieses Prinzip ist sehr aufwendig und eine Empfehlung gibt es daher erst, wenn es passende Studien, Untersuchungen und Analysen gab. Das ist in diesem Fall auch das Problem, denn schwangere Menschen werden in der Regel, wie auch ältere Menschen, zu Beginn nicht so häufig in Studien eingebunden. Das hat ethische Gründe, falls es doch zu Nebenwirkungen kommen sollte, um diese vulnerablen Gruppen nicht zu gefährden. Für Menschen, die schwanger werden wollen, wird nach wie vor eine baldige Impfung empfohlen, um während der Schwangerschaft bestmöglich geschützt zu sein.
Zufall
Neben diesen häufigen Befürchtungen gibt es noch viele weitere, entstanden durch Berichte von Menschen, die nach ihrer Impfung gesundheitliche Probleme bekommen haben oder Berichte von anderen gehört haben. Solche Berichte verbreiten sich im Internet rasant und so ist es kein Wunder, wenn man verunsichert ist. Es gibt allerdings einen Faktor, den wir im Alltag schnell vergessen, den Zufall. Das liegt daran, dass es für unser Gehirn einfacher ist, in allem Strukturen und Zusammenhänge zu suchen, auch wenn dort keine sind. Das kennt jede die schon mal in einer Struktur oder Wolke ein Tier oder Gesicht erkannt hat.
Was hat das aber mit der Impfung und den vermeintlichen Nebenwirkungen zu tun? Das möchte ich an einem Beispiel festmachen. Eine alte Glühbirne hat eine Lebensdauer von etwa 1000 Stunden. Stellen wir uns jetzt vor, ich stelle mich als Magierin auf die Bühne und erreiche damit Millionen von Menschen vor ihren Fernsehern. Dann verspreche ich, dass ich Kraft meiner Gedanken, indem ich nur intensiv in die Kamera schaue, bei einigen Zuschauern die Birnen kaputtgehen lassen kann. Natürlich kann ich das nicht, aber rein statistisch ist es bei einem Millionenpublikum sehr wahrscheinlich, dass in der Zeit der Sendung für einige Glühbirnen ihre Lebenszeit überschritten ist und diese kaputtgehen.
Das Gleiche passiert auch bei der Impfung. Es werden Millionen von Menschen geimpft, da ist die Wahrscheinlichkeit selbst bei seltenen Krankheiten hoch genug, dass diese irgendwann mal in der Zeit um eine Impfung auftreten werden. Daher ist ein gebrochenes Bein einige Tage nach der Impfung keine Nebenwirkung, sondern schlicht Zufall. Das Gleiche gilt leider auch für viele andere Dinge, so unschön sie für die Betroffenen auch sind.
Aber eigentlich möchte ich mit einem schönen Beispiel abschließen, denn es ist wahrscheinlich, dass sich in den Wochen nach einer Impfung auch sehr viele Menschen verliebt haben. Aber ist deswegen der Impfstoff ein Liebestrank?
Ich brauche das nicht, ich bin gesund
Es ist schön zu hören, dass es dir gut geht, wirklich. Ich möchte nichts anderes, als dass es so bleibt. Ich verstehe, dass du sagst, dass eine Infektion für dich vermutlich nicht riskant ist. Rein statistisch, stehen die Chancen relativ gut, auch wenn sie mit Delta schon deutlich schlechter geworden sind. Aber am Ende bleibt es russisch Roulette, denn du weißt nicht, ob es dich nicht vielleicht doch erwischt oder einen Menschen in deiner Umgebung. Dabei muss es noch nicht mal die Intensivstation oder der Tod sein, auch Long-Covid möchtest du sicherlich nicht haben. Die Impfreaktionen der Impfung sind auf jeden Fall nicht schlimmer als eine tatsächliche Infektion.
Wenn du noch immer glaubst dir passiert nichts, schau dir bitte die folgende Doku an, die im Winter 2020 auf der Corona-Intensivstation der Charité gedreht wurde.
Davon abgesehen geht es bei der Impfung nicht nur um dich, sondern auch darum andere Menschen zu schützen, womit wir beim nächsten Punkt wären.
Mehr Statistik
Viele der Zahlen, die wir zur Impfung hören, haben mit Statistik zu tun, ein Thema, das bei Vielen wohl eher keine Freude auslösen wird. Ich verspreche allerdings, jetzt nicht mit der komplexesten Mathematik um die Ecke zu kommen.
Im Umfeld der Impfung beziehen sich die meisten Zahlen auf Gruppen. So ist es auch beim Impfschutz. Der Einfachheit halber rechne ich die folgenden Beispiele mit einem Impfstoff der 80 % Schutz vor einer Infektion bietet. Aber was bedeutet das eigentlich? Bin ich nur zu 80 % geschützt? Nein, hier kommen die Gruppen ins Spiel. Während der Untersuchung der Wirksamkeit hat ein Teil der Probandinnen den Impfstoff bekommen, ein anderer Teil ein Placebo (Kochsalzlösung). Dann hat man über eine definierte Zeit beobachtet, wie viele Infektionen in der Gruppe der Geimpften stattfinden und wie viele in der Gruppe der Ungeimpften. Das Verhältnis definiert dann den Schutz.
In Zahlen bedeutet das, wenn wir insgesamt 2000 Probandinnen hatten, 1000 mit Impfung und 1000 ohne, dann haben sich in der Gruppe der Ungeimpften zum Beispiel 100 Menschen infiziert. In der Gruppe der Geimpften waren es jedoch nur 20 Personen. Damit kommen wir auf eine Wirksamkeit von 80 % gegen eine Infektion, da sich 80 Menschen weniger infiziert haben, als in der ungeimpften Kontrollgruppe.
Für eine einzelne Person folgt aus dieser Rechnung aber nicht, dass sie einen 80 %-igen Impfschutz hat. Dieser kann theoretisch überall zwischen 0 % und 100 % liegen, das ist tatsächlich nicht trivial messbar, da es von zu vielen individuellen Faktoren abhängt. Man kann jedoch davon ausgehen, dass der Impfschutz bei den meisten Menschen sehr gut sein muss, damit ein 80 %-iger Schutz über die Masse der Menschen erreicht wird. Bei den aktuellen Impfungen liegt dieser Wert zum Teil ja sogar noch höher und für einen schweren Verlauf sogar noch viel höher. Es ist also für die Masse der Menschen, die kein geschwächtes Immunsystem haben, davon auszugehen, dass der Schutz ziemlich gut ist und sich eine Impfung auf jeden Fall auszahlt.
Die Kette: Impfen betrifft doch nur mich!?
Viele Menschen gehen davon aus, dass sie sich impfen lassen, um sich selbst zu schützen. Das ist aber nur ein Teil des Ziels. Denn Impfen ist ein ebenso solidarischer Akt, den wir für andere Menschen eingehen. Durch Impfungen schaffen wir es eine Infektionskrankheit so weit einzuschränken, dass die Zahl der Infektionen immer weiter sinkt, bis sie (hoffentlich) verebbt. Das lässt sich gut an folgendem Bild erklären:
Als Beispiel nutze ich hier die Zahlen von oben, rechne der Einfachheit halber aber nur mit den Menschen, die sich hätten infizieren können. Das mag komplex klingen, bedeutet im konkreten Fall aber nur, dass ich für eine Infektion einer ungeimpften Person mit einer Wahrscheinlichkeit von 100 % rechnen kann, da sich alle, die sich ungeimpft infizieren würden, auch infiziert haben. 100 % bedeutet also keine reduzierte Infektionswahrscheinlichkeit. Für Geimpfte kann ich dann mit 20 % als Wahrscheinlichkeit für eine Infektion rechnen, weil der Schutz 80 % beträgt. Skaliert man diese Zahlen später wieder auf die ganze Bevölkerung und geht davon aus, dass sich früher oder später alle Ungeimpften infizieren werden, passen die Zahlen in etwa wieder. Wie zuvor erwähnt, die Realität ist etwas komplexer, aber das lässt sich hier für die Erklärung nicht abbilden.
Wenn ich also als ungeimpfte Person mit einer ansteckenden Person völlig ohne Schutz Kontakt habe, ist die Wahrscheinlichkeit einer Infektion sehr hoch. Nach wie vor betrachten wir hier nur die Personen, die sich ohnehin infiziert hätten. Für die Kette der Ungeimpften bedeutet dies, dass sich alle in der Kette infizieren werden. Für Geimpfte sieht das Ganze aber anders aus. Die erste Person hat nur noch eine Wahrscheinlichkeit von 20 %, dass der Schutz versagt, die Wahrscheinlichkeit, dass der Schutz bei der ersten Person versagt und dann auch noch bei der Zweiten beträgt nur noch 4 %, bei der darauf Folgenden nur noch 0,8 % und so weiter. Durch diesen Effekt bremsen Impfungen die Ausbreitung der Infektion in der gesamten Gruppe, da es unwahrscheinlich ist, dass der Impfschutz so oft versagt. Noch mal, das ist vereinfacht, da diese Aussage wieder nur für eine große Gruppe an Ketten so deutlich funktioniert. Klar wird aber, dass sich eine Infektion innerhalb von geimpften Gruppen kaum noch ausbreiten kann. Das ist die sogenannte Herdenimmunität.
Genau deshalb ist es wichtig, dass sich so viele Menschen impfen lassen wie nur möglich. Denn nicht alle können sich impfen lassen und nicht alle haben ein starkes Immunsystem. Für Krebspatientinnen in Behandlung sieht es hier zum Beispiel nicht so gut aus. Daher sollten wir als Gesunde diese mit unserer Impfung mit schützen, damit eine Infektion diese nie erreicht (vgl. folgende Abbildung).
Mit der Impfung schützt du aber jetzt nicht nur dich, sondern auch Geimpfte sind durch deine Impfung besser geschützt.
Immer wieder heißt es ja, die Geimpften sind schuld an den Mutationen, da diese besonders dort auftreten. Das ist aber nicht ganz richtig. Mutationen finden gleichermaßen bei Geimpften und nicht Geimpften statt. Unter den Geimpften gibt es aber in Summe weniger Mutationen, da es weniger Infektionen gibt. Gegen den Impfstoff resistente Viren setzen sich aber natürlich besonders unter Geimpften durch, da diese Viren hier im Vorteil sind. Die Mutation dazu kann aber von beiden Gruppen kommen. Was ein Problem ist, ist, dass die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine geimpfte Person infiziert, höher ist, solange die Ketten durch viele Ungeimpfte kurz bleiben. Das kann man gut im obigen Bild beobachten. Für die Kette bleibt alles gleich und die Person am Ende, die sich nicht impfen lassen kann, ist auch noch gut geschützt. Für die Geimpften auf der linken Seite aber ist die Wahrscheinlichkeit immer noch relativ hoch, da hier kein Ketteneffekt auftritt. Somit ist es für uns alle wichtig, dass wir durch Impfung die Ketten der Geimpften so lange wie möglich machen, damit es das Virus nicht schafft sich weit auszubreiten. Nur dann schaffen wir es die Pandemie zu beenden und zu einem möglichst gewohnten Leben zurückzukommen.
Hilft ja eh nicht
Ein weiteres Argument gegen die Impfung ist häufig, dass sie ja eh nicht wirken würde. Als Beweis werden dazu die steigenden Zahlen der Impfdurchbrüche genannt. Das ist allerdings zu stark vereinfacht, denn verschiedene Faktoren spielen hier eine Rolle. Einer der Faktoren ist wie im vorangegangenen Abschnitt erklärt die Zahl der Ungeimpften und der fehlende Ketten-Effekt. Ein weiterer Grund sind Mutationen, die wiederum durch die Zahl derer steigt, die sich infizieren können, also wieder besonders der Ungeimpften. Dann spielt die Zeit seit der letzten Impfung eine Rolle, da besonders die älteren Menschen zuerst geimpft wurden und diese auch noch öfter ein geschwächtes Immunsystem haben. Letzteres ist also leider ein erwarteter Effekt, auch wenn die Infektionen in der Regel zum Glück durch die Impfung trotzdem milder als ohne diese verlaufen.
Dann gibt es noch den Blick auf Israel, wo es gerade ebenfalls sehr viele Impfdurchbrüche gibt. Dort ist die Bevölkerung aber im Schnitt deutlich jünger als in Deutschland, was die Frage nach der Ursache zusätzlich verstärkt. Auch hier gibt es eine Erklärung. Die Impfungen fanden dort früher statt, wodurch sich das Zeitfenster der höchsten Wirksamkeit verschiebt. Dazu, das dürfte den entscheidenden Unterschied machen, wurden dort viele mit einem Impfabstand von nur 3 Wochen geimpft, was die Nachhaltigkeit der Schutzwirkung negativ beeinflussen könnte.
Trotz Impfdurchbrüchen bietet eine Impfung noch immer einen entscheidenden Schutz, der uns, das Gesundheitssystem und alle anderen Menschen gut schützt.
Angst
Angst ist ein schlechter Ratgeber, so lautet ein gängiger Spruch und das stimmt auch in diesem Fall. Es gibt viele Gründe Angst vor einer Impfung zu haben, ohne diese abzulehnen, Probleme mit Ärztinnen zum Beispiel oder Angst vor Spritzen und Nadeln. Eine solche Angst ist schwer zu ignorieren und stellt ein ernsthaftes Problem dar. Eine andere Ärztin lässt sich meist noch organisieren (z. B. im Impfzentrum), aber dann wird es auch schon schwieriger. Wenn du dich impfen lassen möchtest, aber nur die Angst es verhindert empfehle ich dir dies offensiv anzusprechen. Es ist keine Schande, ich habe auch ein Familienmitglied, das mit dieser Angst zu kämpfen hat, sich dann aber doch überwinden konnte. Wenn es gar nicht geht, bieten inzwischen auch einige psychologische Praxen eine Impfung an. Hier hast du Menschen, die sich mit Ängsten auskennen und dir im Zweifel gut beistehen können. Wenn es gar nicht geht, besteht auch noch immer die Option, die Angst mit einer einmaligen medikamentösen Behandlung aus dem Spiel zu nehmen. Auch das ist keine Schande.
Keine Zeit oder kein Termin
Sollten fehlende Zeit oder der Mangel an Terminen für dich der Grund sein, warum du dich noch nicht hast impfen lassen, habe ich eine gute Nachricht für dich: In den nächsten Wochen gibt es überall Impfkampagnen z. B. in Sportvereinen, mobilen Bussen etc., da geht das Impfen ganz nebenbei. Wenn du nur noch auf einen Termin wartest, habe ich sogar noch bessere Nachrichten, eine Impfung bekommst du in vielen Impfzentren und bei vielen Ärzten inzwischen ganz ohne Termin. Es steht also nichts im Weg, gibt dir einen kleinen Ruck und du wirst froh sein, es geschafft zu haben.
Trotzdem Maske
Dieser Punkt ist mir am Ende dann doch noch wichtig, auch wenn er nichts mit der Impfung an sich zu tun hat. Trag weiterhin eine Maske, am besten eine FFP2 oder KN95 Maske. Letztere schützen nicht nur Andere, sondern auch dich selbst. Das ist wichtig, denn auch mit Impfung kannst du noch immer erkranken und besonders milde Verläufe haben dann keine oder kaum Symptome. Trotzdem verteilst du ähnlich viele Viren wie eine ungeimpfte Person, auch wenn noch unklar ist, wie infektiös diese dann sind. Es ist daher immer gut, trotzdem vorsichtig zu sein, damit wir diese nervigen Dinger hoffentlich bald nicht mehr ständig brauchen und die Pandemie ein Ende findet.
Gute Gründe:
Wenn du den Artikel bis hier hin gelesen hast: Danke! Danke, dass du mich für dieses kleine Stück begleitet hast. Ich hoffe, du siehst diese Informationen als Bereicherung für dich und hast jetzt vielleicht einige Bedenken weniger gegen die Impfung gegen SARS-CoV-2. Vielleicht lässt du dich ja sogar in den nächsten Tagen impfen, lass es mich gerne wissen.
Nur gemeinsam schaffen wir es, diese Pandemie in den Griff zu bekommen, das ist keine hohle Phrase. Dafür ist es von enormer Bedeutung, dass wir es schaffen, möglichst viele Menschen auf der ganzen Welt möglichst bald zu impfen, denn nur so reduzieren wir die Chance auf Mutationen, die uns noch lange begleiten werden.
Am Ende hat eine Impfung viele Vorteile, denn du hast nicht nur einen hervorragenden Schutz gegen eine Infektion, sondern einen noch besseren gegen einen schweren Verlauf. Todesfälle treten unter Geimpften extrem selten auf. Dazu kommt, dass alle Nebenwirkungen, die bei einer Impfung auftreten könnten, mit einer deutlich höheren Wahrscheinlichkeit bei einer Infektion auftreten und noch vieles mehr.
Wenn du selbst schon geimpft bist, aber Menschen kennst, die noch unentschlossen sind oder sich Sorgen machen, schicke ihnen gerne diesen Artikel. Dafür ist er da.
Wenn nicht, bitte lass dich impfen. Danke!
Gute Gründe für eine Impfung:
- Selbstschutz vor Infektion
- Schutz vor schwerem Verlauf
- Schutz vor einem echt unschönen Tod
- Schutz Anderer vor den ersten drei Punkten
- Weniger Risiken als bei einer Infektion
- Verhinderung von weiteren Einschränkungen
- Entlastung des schon überlasteten Gesundheitssystems
- Entspannung und Normalität im Alltag
- Mehr Freiheiten
- Gutes Gefühl
- Meine Dankbarkeit ;)
Mir ist bewusst, dass ich hier einige Zusammenhänge vereinfacht habe, dies war jedoch nötig, um eine gute Verständlichkeit zu erreichen. Sollte mir trotz sorgfältiger Kontrolle ein grober inhaltlicher Fehler unterlaufen sein, bitte ich um eine kurze Info. Ich werde den Punkt dann ausgiebig prüfen.