Leahs Gedanken

Lass uns ein Stück gemeinsam gehen

Schwarzweißfoto im Portrait-Format. Ein Bilderrahmen steht leicht schief auf einer Holzoberfläche und beides wird von Links oben angestrahlt. Das Licht hört hinter dem Bilderrahmen aber sofort auf und damit liegt der ganze Hintergrund im Dunkeln. Im Bilderrahmen ist ein Stück weißes Papier in Postkartengröße. Darauf zu sehen ist ein Smily unter dem steht in Großbuchstaben SMILE. Alles sieht so aus als wäre es grob mit einem Finger gezeichnet bzw. geschrieben. Der Smily liegt dabei im Halbschatten der sich leicht aus dem Rahmen wölbenden Karte da der Rahmen keine Scheibe mehr hat. Sowohl die Augen des Smilies als auch die Buchstaben M und I  verlaufen nach unten wodurch es so aussieht als würde der Smily lachend weinen. Alles hat eine leicht unangenehme Stimmung, besonders wenn man weiß dass es mit Blut gemalt ist.
Schwarzweißfoto im Portrait-Format. Ein Bilderrahmen steht leicht schief auf einer Holzoberfläche und beides wird von Links oben angestrahlt. Das Licht hört hinter dem Bilderrahmen aber sofort auf und damit liegt der ganze Hintergrund im Dunkeln. Im Bilderrahmen ist ein Stück weißes Papier in Postkartengröße. Darauf zu sehen ist ein Smily unter dem steht in Großbuchstaben SMILE. Alles sieht so aus als wäre es grob mit einem Finger gezeichnet bzw. geschrieben. Der Smily liegt dabei im Halbschatten der sich leicht aus dem Rahmen wölbenden Karte da der Rahmen keine Scheibe mehr hat. Sowohl die Augen des Smilies als auch die Buchstaben M und I  verlaufen nach unten wodurch es so aussieht als würde der Smily lachend weinen. Alles hat eine leicht unangenehme Stimmung, besonders wenn man weiß dass es mit Blut gemalt ist.  Hier liegen zusätzlich zum vorherigen Bild noch kleine Glasscherben vor dem Bilderrahmen und das Bild ist von unterhalb des Rahmens aufgenommen und das ganze Bild ist leicht nach links gekippt, was das unangenehme Gefühl nochmal verstärkt, dass etwas aus der Balance geraten ist.

Heute gibt es mal ein unangenehmes Bild zum #oneLeahADay. Ich hab’ die letzten Tage immer wieder versucht, einen Weg zu finden, künstlerisch mit der aktuellen Weltlage umzugehen. Mit dem Werk hier möchte ich das verstörende Gefühl einfangen, wenn ich Nachrichten lese und zeitgleich versuche, meine Lebensfreude davon nicht beeinflussen zu lassen. Die Karte ist dabei mit echtem, mit meinem Blut gemalt, und auch sonst ist an den Bildern wirklich alles intentional.

Weitere Erläuterungen:

Das Blut auf der Karte ist etwas sehr Persönliches. Meine ganz persönliche, intime Verbindung zu dem Werk. Gleichzeitig ist es aber auch die Referenz auf das immer weitere Blutvergießen und die Gewalt in der Welt. Der Smiley repräsentiert das Lächeln auf dem Gesicht der Täter und die Tränen der Opfer. Gleichzeitig repräsentiert der Smiley aber auch den Versuch der Lebensfreude, auch wenn es einen manchmal zu Tränen rührt.

Er zeigt aber auch die gute Miene zum bösen Spiel, die wir oft aufsetzen, mal aus Ignoranz, mal aus Selbstschutz. Der Schriftzug „SMILE“ in Großschrift gleicht fast schon einem Befehl, dem Befehl unserer Gesellschaft, trotz all der Grauen und der Widrigkeiten zu arbeiten, zu funktionieren und dabei auch glücklich zu sein, weil es Anderen ja schlechter geht. Es geht immer anderen schlechter.

Der Schattenschlag über die Karte betont den Schatten, in dem das alles liegt: die Unsichtbarkeit des Kämpfens mit diesen Umständen. Es zeigt aber auch, dass es noch Licht gibt, aber das Dunkel direkt hinter uns wartet. Das zeigt auch der rapide Lichtabfall hinter dem Bild. Aber die Scheibe, die Brandmauer, der dünne Film der Zivilisation ist schon gerissen bzw. verloren gegangen, weshalb die Karte aus dem Rahmen hinausragt.

Und im zweiten Bild liegen die Scherben dessen vor dem Betrachter verstreut. Die Schatten sind tiefer geworden, der Blick nur noch vom Boden hinauf, und die Schatten werden schon tiefer und rücken näher. Und dabei ist sprichwörtlich schon alles aus den Fugen geraten, steht schief da und droht abzurutschen.